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«Zaungast» – Wunschtraum Eigenheim

Wenn man sich durch die Schweiz mit offenen Augen bewegt wird es offensichtlich was Herr und Frau Schweizer anstreben: ein Haus mit Garten egal wie klein, hauptsache sie haben es für sich ganz alleine. Vom alten Bauernhof bis zur luxuriösen See-Villa, jeder findet einen Weg, sich von seiner Umwelt abzuschotten.

So wohnt der Durchschnitts-Einfamilienhaus-Besitzer Hecke an Hecke mit seinem Nachbarn an einer gut angebundenen Strasse. Um sich dennnoch eine gewisse Privatsphäre zu sichern, sucht man nach Lösungen zur Abgrenzung. Die am meisten gewählte Variante ist die Natur-Hecke. Von Klein bis Gross, von verschnörkelt, gezähmt bis verwildert, findet man in Zürichs Umgebung Alles.

Die Druchforstung meiner Umgebung hinterlässt in mir ein mulmiges Gefühl. Wie wird sich die Schweiz weiter entwickeln? Bleibt das Individium im Vordergrund, und jeder kann bauen wo und was er will? Liegt die Zukunft auch bei uns im Prinzip des amerikanischen Suburbs? Jeder hat sein eigenes Haus und Auto und fährt am Abend direkt in die Garage ohne in Kontakt mit seiner Umgebung zu kommen? Sind unsere eigenen vier Wände, die letzte Rückzugsmöglichkeit in einer Welt voller Google-Streetview, Facebook und Smartphones?

Nach meiner Arbeit bleibt die Frage, ob es in der Schweiz auch in Zukunft – trotz der damit verbundenen Probleme – noch heisen wird: «Schaffe, Schafffe, Hüsli baue»